Verständnisfrage

Man hört in einem Interview, dass viel zu wenig um Entschuldigung gebeten wird, sondern vermehrt nur ein “Tschuldigung” ausgesprochen wird. Das ist nicht allzu tragisch. Man weiß ja, was gemeint ist. Schwieriger ist, wenn in Lautsprecherdurchsagen öffentlicher Einrichtungen nach der Bekanntgabe von Problemen für unser Verständnis gedankt wird. “Wir bitten um Verständnis”, wäre hier wohl besser. Der Dank käme dann danach – sofern nicht der Fall eintritt, dass die Betroffenen sauer sind, und leider kein Verständnis haben. Denen aber gleich voraus zu danken ist schlechter als ein bloßes “Tschuldigung”.

6 Comments

  1. entegut
    Jan 28, 2009

    Vorausschicken möchte ich, unsereins ist ja schon dankbar, wenn das Wort “Entschuldigung”, auch oftmals als soRRRRy geschnarrt wird. man wird bescheiden und nimmt alles was kommt ….

    Was mich aber immer wieder amüsiert, wenn man liest: “Wir bauen für Sie um”. Da möchte ich dann gerne eine Post-it mit “Danke” aufkleben, mit dem Zusatz “Bin bei der Konkurrenz”. ;-)

  2. Lothar Bodingbauer
    Jan 28, 2009

    … wir bauen für Sie um, damit wir noch besser auf Sie eingehen können …

    Post it vorgedruckt mit “lmaA“?

    A propos “Post” – dort gibt es bei geschlossenen Schaltern ein Schild: “Würden Sie sich bitte an einen anderen Schalter wenden” – soweit ich mich erinnere ohne Fragezeichen. Diese Formulierung erinnert mit an die Abkürzung lmaA und ist auch m. E. sehr kreativ.

  3. entegut
    Jan 28, 2009

    ok, ich gehe künftig nie ohne PostIt aus dem Haus. (Nach dem dritten Anlauf erkannte ich bei “lmaA”, dass da vorne ein “elll” steht und kein Iiii. Zu blöd auch.

    Post Postscriptum: Steht da tatsächlich die “Leideform”, oder nicht doch die freundliche Befehlsform “Wenden Sie sich bitte an einen anderen Schalter”?

  4. Lothar Bodingbauer
    Jan 28, 2009

    Ich war noch einmal dort: “Dürfen wir Sie zum nächsten offenen Schalter bitten!” – Bitten gerne, und man könnte lange darüber nachdenken, würde man nicht Minuten später bei der Bäckerkette mit einem “WAS darfs denn noch sein?” irritiert. Dort gibt es aber eine Lösung: “Ein Gratisfrühstück!”

  5. Kirsten
    Jan 29, 2009

    Ich wurde, ziemlich genau um 14Uhr, wo normalerweise die Mittagspause des Früchteladens anfängt, bei betreten, des Ladens mit einem freundlichen “Wir haben geschlossen” begrüßt…
    Mir schossen gleich 2 Gedanken in den Kopf, die kennt wohl den Begriff Wirtschaftskrise nicht, und dafür ist die Tür aber verdammt weit offen…

  6. Lothar Bodingbauer
    Jan 29, 2009

    … dafür habe ich bei einem Installateur das beruhigende Schild gesehen: “Mittags durchlaufend geöffnet”. Wo andere durchgehend aktiv sind, wer sonst außer der Meister aller Durchlauferhitzer kann zur Mittagszeit so schnell unterwegs sein …

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