13 Vorschläge für die Schule

Bildschirmfoto 2016-02-01 um 20.43.00Klimawandel, Wanderungsbewegungen, religiöser Einfluss oder Verschiebungen am Arbeitsmarkt: Es wäre höchste Zeit, die Schule an die Gesellschaft anzupassen. Aber genau das ist in der Praxis schwierig. 13 Gründe, woran es liegt – aus der Sicht eines Lehrers.

Hier entlang, zum Standard, bitte.

Betragensumfrage

Interviewformate

Ich analysiere gerade Interviewformate. Nicht alle, aber ausgewählte. Und ausgewählte Personen.

hr-info / Interview (Als Interview)
CBC Radio One / As it happens (Als Sendung)
BBC Radio 4 / Today (Als Strategie)
Deutschlandradio Kultur / Das Interview (Als Setting)
ABC Radio National / Life Matters (Als Person: Natasha Mitchel)

Momentane Fragestellungen:

  1. Wie verläuft die Grenze zwischen Gespräch und Interview?
  2. Wie zeichnen sich Fragen ab?
  3. Wie werden Antworten aufgegriffen?
  4. Wie endet das Interview.
  5. Was war die Geschichte.
  6. Wie eindeutig ist der Unterschied zwischen Recherche- und Interviewfrage?
  7. Ist der Inhalt, was man vom Interview weiter erzählt, planbar?
  8. Was unterscheidet Interviews?

Neues Podcast Projekt

themacher_reportEs reicht. Ich gehe in den Boulevard. Künstler, Könner und Boulevard genau genommen. Drivetime talk. Drivetime talk. Gespräche mit Menschen, die etwas Besonderes tun. Die ganze Geschichte in 15 Minuten. Kein Gespräch, sondern ein Interview. Da hat wo wer eine gute Idee, da macht wer etwas Interessantes, da ist jemand dick in einer Sache drin. Wir erfahren, wie es dazu gekommen ist, und was das im Zusammenhang bedeutet.

The Macher Report. Coming 2016. Link: http://themacher.report

Zwei mal zuhören

Es ist immer wieder schön, mal als Zuhörer im Publikum zu sitzen, wenn man sonst immer eher für Zuhörer gestaltet und Sendungen macht.

1. Podiumsdiskussion: Die Archäologinnen Barbara Horejs und Sabine Ladstätter sprachen über Archäologie, Ausgrabungen und Funde in Ephesos (Türkei). Veranstaltet im Wiener Akzent-Theater in der Vortragsreihe “Am Puls” von PR&D mit Simultandolmetsch in Gebärdensprache, was beim Getreidemahlen eine nette Situation ergab, weil die Dolmetscherin das Verfahren zeigte, von dem die Archäologin sprach. Voller Saal, interessiertes Publikum. Aha-Effekt, wie viel Expertise in vergrabenen Dingen steckt. Unterschiedliche Stile der Vortragenden: Barbara Horeis hat sehr lebendig erzählt, Sabine Ladstätter einen sehr schönen und fürs Sprechen geschriebenen Text vorgelesen; beide mit Powerpoint-Unterstützung, die Bilder und Diagramme zeigten und gut zur Sprache passten. Der Weitererzählwert der Veranstaltung war sehr hoch, der Diskussionsleiter Till C. Jelitto führte gut und spannend dicht die Diskussion nach den Präsentationen – sympathisch auch seine Frage “von welcher Erkenntnis träumen Sie”. Der Wissenschaftsfonds FWF finanziert die vorgestellten Grundlagenforschungen mit, einen Bericht von der Veranstaltung mit Bildern gibt es hier. Insgesamt: Sehr fein. +1 und gerne wieder.

2. Benefizkonzert der Wiener Symphoniker im Wiener Stephansdom. Bruckners 4. Symphonie und vorab einige Motetten vom Chor der Dommusik St. Stephan. Zugunsten der Caritas Flüchtlingshilfe. So schön kann Musik sein, wenn sie dreidimensional von rundherum kommt. Ohne Sicht am gewählten Platz, aber mit vollem Ton. Das schafft kein Lautsprecher: Hinsetzen und die Musik von überall her hören. Kardinal Schönborn hielt eine kurze Rede, sympathisch – er war markiert mit einer roten Kappe und daher gut sichtbar auch auf den Monitoren, die zeigten, was die Kameras von Chor, Orchester und Redner aufnahmen. Sehr ruhiges Bild, sehr unaufdringlich. 66 Minuten ist die Aufführungsdauer der 4. Symphonie Bruckners, sagt Wikipedia, und die vier Sätze zeigten, dass Bruckner schon sehr hübsch eine Dramaturgie gestaltet, bei der einem nicht fad wird. Das große Wumms kommt nicht am Schluss, sondern einige Minuten vorher, sodass noch Zeit ist, die Spannung wieder abzubauen. So schön kann Benefiz sein. +1 und gerne wieder.

Die 6 Aufgaben von Lehrern

  1. Für gute Stimmung sorgen
  2. Lernwege gestalten und beschildern
  3. Komplizierte Zusammenhänge erklären
  4. Kontexte herstellen und erklären
  5. Zustand der Kinder erkennen
  6. Gruppen koordinieren

55 Lings and counting

Nützling, Schädling, Lästling. Wildling, Fegling, Flugling, Saugling, Flüchtling, Reindling, Weidling. Fingerling, Widerling, Finersling, Engerling. Schmetterling, Halbling. Prüfling, Günstling. Jüngling, Lüstling, Wüstling, Fiesling, Emporkömmling. Feigling. Lehrling, Liebling, Mischling, Häuptling, Frühling, Zwilling Neuling. Frischling, Rötling, Schönling, Jährling, Primitivling. Meidling! Sprössling, Däumling, Engerling, Hundling, Mandling, Setzling, Winzling, Schilling, Schelling. Fiesling, Miesling. Schmächtling. Sennerling. Frühling! Suling, Siling. Fäustling, Erstling. (Danke H.C. Luschützky, @HerrRau, @Xoph_vienna, @DerExplikator, Monika Reichart, Emmanuel Dammerer, Alena Baich, Jörg Reitmaier, Ladislav Vorich, Stella Damm, Karin Zanyath, Rex Marten Gaidies, Zoe Valerie Georgi, Gerlinde Meyer-Schmitzberger, Judith Purkarthofer)

Chuck Berry – My Ding-A-Ling: Youtube Link

Botanische Illustrationen

botanische illustrationen

Aufgenommen in Bild und Ton bei Alois Wilfling. Er hat ein Jahr in Kew Gardens verbracht, dem königlichen Botanischen Garten in London, und er hat bei den “ganz großen” Pflanzenillustratoren gelernt. Über seine Arbeit mit dem Zeichnen der Natur – nein, Fotografieren ist keine Option – gibt es zwischen 7. und 10. Dezember 2015 ein “Vom Leben der Natur” im ORF Radio Österreich 1.

Botanische Illustrationen

Es ist verwunderlich, dass sich im Zeitalter von Fotografie und Computer noch jemand findet, der sich in aller Ruhe und in vielen Stunden dem Zeichnen von Pflanzen widmet. Einerseits geht es dabei um einen künstlerischen Zugang, der besonders in Großbritannien auch von vielen Menschen als Hobby betrieben wird, andererseits stehen profunde wissenschaftliche Interessen dahinter, genaue Zeichnungen von Pflanzen für Bestimmungsbücher und botanische Fachartikel zur Verfügung zu haben.

Der Kopf des Illustrators macht dabei den Unterschied. Können Details weggelassen werden, oder sind sie wichtig? Wie können man verschiedene Stadien einer Pflanze an einem gezeichneten, real aber nicht existierenden Exemplar kombiniert werden?

Die Kunst der botanischen Illustration wurde auf englischen Forschungsreisen im viktorianischen Zeitalter entwickelt. Auch heute noch arbeiten in Kew Gardens – dem königlichen Botanischen Garten in London – die besten wissenschaftlichen Zeichner.

Form, Struktur, Farbe und Licht. Das sind die wesentlichen Aspekte einer botanischen Illustration.

Auch Österreicher gehörten immer schon zu den guten Pflanzenzeichnern, wenn auch ihr Aufgabengebiet mit dem Ende der Porzellanmanufakturen zurückgegangen ist und heute vor allem das wissenschaftliche Interesse im Vordergrund steht.

Eine sehr nette Rückmeldung kam nach der Sendung via Ö1 Hörerprotokoll:

Sehr geehrter Herr Bodingbauer, bevor ich vergesse, sie zu loben und ihnen zu danken, lobe ich sie schnell und danke ihnen. Wieder so eine feine Folge. Ich habe Lust bekommen, den vertrockneten Blumenstrauß auf dem Schreibtisch zu zeichnen. Wie auch immer, seien sie bedankt für die Achtsamkeit, die sie vermitteln. Das ist wertvoll.

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Lothar Bodingbauer ist Radiojournalist, Podcaster und Wissensvermittler am Abendgymnasium Wien. Für Ö1 macht Schule erstellt er kompetenzorientierte Unterrichtsmaterialien. Kontakt: www.apostrophe.at

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