Weisheit kommt nicht automatisch
01/23/2012
- Kontextualisierung
- Nachhaltigkeit
- Abgrenzung zum Nichtwissen
- Werterelativismus
- Emotionswahrnehmung
- Unterschied linearer und komplexer Systeme
- Positionswechsel
1) Trost. Im Philosophischen Radio. Mit Jürgen Wiedicke und Sibylle Lewitscharoff über Hans Blumenberg. Bemerkenswert. Logisch. Link zur Sendung
2) Politik und Medien. Diskussion zu möglichen Einflussnahmen. Im Deutschlandfunk. Mit Andreas Stopp und Gästen: Peter Quay, Christoph Heinemann und Hans Leyendecker. Erhellend. Spannend. Link zur Sendung
3) Eher eine härtere Sendung: Depression, Selbstmord und die nicht erneuerte Schrotflintenlizenz. BBC Radio 4 Sendung iPM (Share what you know) vom 14. Jänner 2012. Link zur Sendung
Wer sich für Rhetorik interessiert und einem Gespräch zuhören will, in dem einige prächtige Tricks verraten werden, dem möchte ich die neueste Ausgabe des CRE Podcasts empfehlen: Rhetorik. Diese Sendung ist insbesondere auch für Lehrer/innen interessant, geht es auch darin um das Können, Spannung aufzubauen und seine Argumente nicht sinnlos im Mittelteil zu verheizen. Link zur Sendung: CRE Ausgabe 190
Der zweite Tipp wird besonders für Englisch-Lehrerinnen interessant sein. Der Sprachwissenschaftler David Crystal schreibt über die “verschluckten letzten Worte”, in seinem Blogeintrag über Elocution – engl: die Sprechtechnik. Er meint darin, dass sehr oft die zu hohe Sprechgeschwindigkeit auf Unverständnis stoßen lässt.
Gestern haben die ZIB Redakteure ihr Manifest für unabhängige Berichterstattung veröffentlicht. Einen Film, der die Stimmen vieler beteiligte Redaktionsmitglieder zu einer einzigen Botschaft zusammensetzt, im Stil des großartigen Lip Dubs von Grand Rapid. Nicht ganz so optimistisch zwar, in jedem Fall aber: die Stimmung kommt rüber. Diese ORF Leute sind sauer.
Interessant dabei ist weniger der Anlass, die politisch motivierte Postenbesetzung für den Büroleiter des Generalintendanten durch den Generalintendanten, sondern die bis zu diesem Moment abwesende Öffentlichkeit an dieser Geschichte. Wieder einmal sind wir draufgekommen, dass wir uns viele Jahre vorher schon dafür interessieren hätten müssen.
Eine Parallele zum Weltuntergangsszenario 2008 drängt sich auf, das auftauchte, als der aufgerüstete Elementarteilchen-Beschleuniger am CERN mit ein paar Teraelektronenvolt mehr Energie wieder in Betrieb ging. Angeblich, so befürchtete plötzlich eine immer größer werdende Öffentlichkeit, könnten dort bei den Experimenten Schwarze Löcher entstehen, die erst Genf, dann die Schweiz, und dann die ganze Welt verschlingen.
Wir wurden bitter daran erinnert, dass wir jahrelang den Wissenschaftern dort keine Fragen mehr gestellt haben, was genau sie eigentlich machen. Wir haben das Geld überwiesen und einfach nicht mehr nachgefragt. Und dann musste man glauben, was sie sagten.
Jetzt beim Protest der ORF Redakteure ist es ähnlich. Wir haben jahrelang den Staatsfunk gefördert und betrieben, durch Gebühren, mangelndes Nachfragen und durch Uninteresse an den Mechanismen von Medien und Berichterstattung.
Ein Medienjournal, wie es etwa der Deutschlandfunk als wichtiges Werkzeug des öffentlichen Nachfragens betreibt (Markt und Medien), fehlt bei uns in Österreich. Und jetzt sind wir überrascht, dass das Ungetüm seine weitreichenden Schatten ins Land wirft. Oder besser, wenn wir daran erinnert werden, dass es diese Schatten schon seit langem gibt.
Ein Dank den ORF ZIB-Redakteuren, dass sie uns an die Pflicht des Nachfragens erinnern. 270.000 mal wurde das Protest-Video innerhalb 24 Stunden angesehen. Eine gute Medienberichterstattung wäre eine konstruktive Fortsetzung ihrer vielfältigen Stimme.
*** Lothar Bodingbauer ist freier Mitarbeiter beim Hintergrundsender Österreich 1
Magazine, Briefe, Kataloge… Vor dem Internet bin ich einmal pro Tag mit Freude zum Briefkasten gegangen, um nachzuschauen, was da gekommen ist. Heute kann ich das 8 mal tun.
8 mal Post. Und nach wie vor schaue ich gerne nach.
Solche Gebäude sind sehr hübsch. Zusammen mit fetten Schneewolken im Hintergrund und etwas Sonne ergibt sich eine gute Stimmung für einen schönen Sonntagnachmittag.
Manu Prakash, Stanford University entwickelt Computerschaltkreise, die nicht mit Elektronen, sondern mit Blasen funktionieren. Ein hübsches Science Friday Video stellt vor, wie das geht. Auf die sollte man eh mal hinweisen.
Das Behance Network sollte man bei dieser Gelegenheit überhaupt einmal vorstellen. Künstler zeigen, was sie gerade gemacht haben.
ORF Radio Österreich 1, Moment Leben Heute, 31. Jänner 2012
Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, bemerkt viele offene elektronische Augen. Manchmal versteckt, meist offen sichtbar sind Überwachungskameras zu sehen. Sie schrecken ab und zeichnen auf, sie befriedigen ein Sicherheitsbedürfnis. Es gibt gesetzliche Regelungen, wer welche Kameras wo aufstellen darf, und wie lange ihre Bilder gespeichert werden. Dank ihrer Bilder können Kriminalfälle geklärt oder verhindert werden, Wissenschafter beschäftigen sich mit den aufgenommenen Bewegungsmustern menschlichen Verhaltens, und nicht zuletzt gibt es auch kritische Stimmen und Kunstprojekte, die sich mit der zunehmenden bedrohlichen Facette einer immer schatten- und lückenloseren Überwachungsgesellschaft beschäftigen.
Kunstprojekte: Surveillance Camera Players | Youtube Video | Privacy International | Youtube Faceless | Youtube Faceless Excerpt | Chess for CCTV
Ich protestiere gegen die Knabbernossi Werbung im ORF Kinderprogramm am Sonntag, den 8. Jänner um ca. 8:45 Uhr. – #orfeins
Link zu einem Focus Artikel:
Nicht Fernsehen, sondern Werbung macht Kinder dick
Link zum Werbe- und Beschwerderat:
http://www.werberat.or.at/
Link zum Verhaltenskodex:
Kindersendungen und Lebensmittelwerbung
Link zum Stand der Beschwerde:
http://www.werberat.or.at/beschwerdedetail.aspx?id=3191
Update 18.01.2012: Ein Brief des ORF Kundendienst erzählt: “… Zur Gestaltung der Werbespots möchten wir festhalten, dass diese Einschaltungen vom ORF lediglich ausgestrahlt werden. Für den Inhalt ist ausschließlich die produzierende Werbeagentur bzw. der Auftraggeber verantwortlich. Unsere TV-Anstalt hat diesbezüglich – bis auf die Auflagen, die im ORF-Gesetz verankert sind – keinerlei Einfluss.”
Diese Seite wird man sich merken müssen: Bürgerbeteiligungen im österreichischen Parlament.
Aufgenommen in Altheim, Oberösterreich. Diese Klänge sind verwandt, wie ich meine, mit dem Spielen der Glocken im finnischen Kloster Uusi Valamo.
Podcast: Play in new window | Download
Österreich 1 Radio, 12. Jänner 2012
MOMENT – LEBEN HEUTE 14.40 – 14.55 Uhr
Besser wird nichts, sagen die Pessimisten, und schon gar nicht die Stadt. Rolltreppen und Sitzbänke gehen kaputt, Kanaldeckel müssen in regelmäßigen Abständen ersetzt werden, der Boden wird ständig neu markiert und selbst die Bauteile des Riesenrades wechseln wegen Korrosion und täglicher Benutzung. Eine Sendung über das ständige Erneuern städtischer Infrastruktur. (Lothar Bodingbauer)
Die Post am Wiener Westbahnhof war einmal super gut erreichbar. Beim Eingang links, von der äußeren Mariahilferstraße war es das erste Lokal, das man innerhalb des Westbahnhofkomplexes erreichte. Gut, das war in einer Zeit, da Briefe noch wichtig waren. Dann kam das wirklich üble Ausweichquartier hinten links, in der Gasgasse, wo gestern dieses Foto entstand, und nicht einen Streit habe ich dort erlebt, zwischen den angestellten Menschen und den angestellten Postbeamten.
Heute, 2011, nach der Renovierung des Westbahnhofs und der Eröffnung der geilen Shopping-Mall, ist die Post dort, wo sie heute hingehört: unbedeutend, im hintersten Eck. Der Briefschalter dann innerhalb der Post im hintersten Eck. Geschätzte Laufzeit von der Mariahilferstraße, 20 Minuten, ein Weg. Aber das hat sich ja wahrscheinlich jemand überlegt: “der Kunde soll auf dem Weg die Angebote der anderen Geschäfte nützen können”. Und in der Post: “der Kunde soll auf dem Weg zum Briefschalter die Angebote des Post-Shops, sowie des BAWAG-Shops sowie des A1-Shops nützen können”.
Danke, Marketing, so wird das Leben richtig einfach. Dem Stellenwert der Post angemessen, biete ich an, dass der Postbeamte nur noch einmal pro Woche kommt.
Nicht, dass der Schnee in der Stadt unbedingt fehlt. Aber wir erreichen langsam den Tiefpunkt der Jahreszeit. Um 14 Uhr ist es dunkel wie nie. Drei Kerzen ins Fenster und besser nicht hinaus. Oder halt in eine Konditorei.